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Sportkreis Heilbronn
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Langenbrettacher Helfer blutet das Herz über erneuten Ausfall des Untergriesheimer Zeltlagers der Sportkreisjugend

Von Ute Plückthun (www.stimme.de)

 
BAD FRIEDRICHSHALL Dort, wo eigentlich 123 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 15 Jahren sowie 30 Betreuer bei Sport und Spiel 14 Tage lang Spaß haben, gemeinsam Mittag essen, in Zelten übernachten und das Wir-Gefühl pflegen sollten, ist 2021 einfach nichts. Wie schon 2020, als das Zeltlager der Sportkreisjugend in Untergriesheim wegen Corona ausfallen musste. Das leere Gelände mit Fußballfeldern, Tennisplätzen und ganz viel Wald ist verwaist. „Wombel“ aus Langenbrettach wird das Herz bei solch einem Anblick schwer.

Immerhin begleitet das Zeltlager den 48-Jährigen schon fast sein ganzes Leben. Als Kind war er Teilnehmer und hat „Freunde fürs Leben aus dem ganzen Stadt- und Landkreis gefunden“. Seitdem hat er auch seinen Spitznamen weg. „Den habe ich gleich im ersten Jahr bekommen“, erinnert er sich. Als Namen für die Zelte vergeben wurden, waren die anderen coole Piraten oder sportliche Radfahrer. Ihm fiel die damals brandaktuelle Puppentrickserie „Wombles“ ein. Dass der gebürtige Heilbronner eigentlich Thomas Schmidt heißt, hat im Zeltlager schon so manchen überrascht.

Nach sechs Jahren als Zeltlagerkind rutschte er wie von selbst in die Betreuertätigkeit, die er drei Jahre ausübte. Seit 2000 ist er im sechsköpfigen Orga-Team und der Urlaub deshalb von vorn herein festgelegt. „Wir buchen so, dass es ums Zeltlager herum passt“, versichert er. Sohn Hendrik (15) hat zweimal mitgemacht, Tochter Vanessa (18) war schon dreimal als Teilnehmerin und einmal als Betreuerin dabei.

Gemeinschaftsgefühl Das Zeltlager Anfang Juli nach viel Korrespondenz mit Stuttgart abzusagen, ist dem Orga-Team nicht leichtgefallen, wie auch Uwe „Doktor“ Beckh als stellvertretender Jugendvorstand und Klaus Ranger als Vorsitzender des Sportkreises einräumen. Obwohl die Betreuer geimpft wurden und auch Tests nicht das Problem gewesen wären. „Das Zeltlager lebt vom Gemeinschaftsgefühl“, unterstreicht Uwe Beckh. Die Teilnehmer nach „Kohorten“ zu trennen, den Tanz- und Spieleabend auf Abstand und kein großes Lagerfeuer zum Abschluss durchzuführen, hätte dem Zeltlager seinen Charakter genommen. „Die Teilnehmer nicht zu vermischen, hat uns das Genick gebrochen“, sagt Uwe Beckh zu der zu hohen Hürde und zur Vernunft, die über Herzblut gesiegt habe.

Klaus Ranger befürchtet ein weiteres Problem: „Uns fehlen zwei Jahrgänge.“ Nachwuchs von unten wie auch zukünftige Betreuer. Hoffnungsfroh stimmt dagegen, dass das Zeltlager 2021 auch ohne Werbung ausgebucht gewesen wäre.

Gefühlslage Seine Gefühlslage zur Absage kommentiert „Wombel“ inzwischen humorvoll: „Die Firma Tempo hat nachproduzieren müssen.“ Dass zeitgleich aber die Fußball-Europameisterschaft stattfinden durfte, findet er mehr als erstaunlich: „Kinder haben keine Lobby, weil an ihnen kein Geld zu verdienen ist.“ Dabei ist dem bekennenden Fußballfan ein Lachen der Kinder, ihre Erfahrung, dass sie abseits von PC und Handy eine tolle Zeit verleben und außergewöhnlichen Sport wie Baseball, Ultimate Frisbee oder Jugger kennenlernen können, zehnmal wichtiger als ein Tor.

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